Bestäubungsimkerei - Altes Land - Hummeln Bestäubung
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Erdbeere

 

 

 

 

 

Biologie

Die Blüte der Erdbeere (Fragaria x ananassa) ist zweigeschlechtlich und selbstbefruchtend.
Sie produziert Pollen und Nektar. In gedeckten Kulturen wird wenig und in Freilandkulturen viel Nektar produziert.
Die Erdbeerfrucht ist eine Sammelnussfrucht: Jede „Einzelfrucht“ hat einen eigenen Stempel und muss separat bestäubt werden. Während die Blüten über mehrere Tage ringweise aus dem Blütenboden heranreifen (während die Stempel sich auf die Befruchtung vorbereiten), sind mehrere Hummelbesuche erforderlich, um eine schön geformte Erdbeere zu erhalten.
Dabei ist die Kreuzbestäubung wichtiger als die Selbstbestäubung.
Der Blütenbesuch von Hummeln ist an der Pollenmenge an den Staubgefäßen ablesbar. Kahl gefressene Staubgefäße deuten darauf hin, dass die Blüte gut besucht wurde.
Stehen zu wenig Blüten zur Verfügung, kann auch eine „Überbefliegung“ stattfinden. Bei ihrem Versuch, die letzten Pollenkörner aus einer Blüte zu holen, beißen sich die Hummeln am Blütenboden fest und lassen die Blüte durch Betätigung ihrer Flugmuskeln (ohne Flugbewegung der Flügel) erzittern (so genannte Vibrationsbestäubung, engl. „Buzz Pollination“). Hierdurch wird der Blütenboden beschädigt, wodurch sich in der Folge an den Wänden der Einzelfrüchte korkartige Flecken bilden.

NATUPOL Hummelkasten

Die Erdbeerblüte produziert zwar Nektar, aber dieser ist in gedeckten Kulturen für die Entwicklung eines Hummelvolks nicht immer ausreichend. Deshalb wird NATUPOL mit einer Zuckerlösung geliefert.
Je nach Einsatzbedingungen kann der Hummelkasten auch mit zusätzlicher Isolierung geliefert werden.
Für die Anwendung im Freilandanbau ist TRIPOL verfügbar. Das Produkt besteht aus drei Hummelvölkern in einer temperaturisolierten Kunststoff-Behausung. TRIPOL fördert eine gleichmäßige Verteilung und garantiert eine stabile Etablierung der Hummelvölker im Feld. Weil im Freilandanbau mehr Nektar produziert wird, wird TRIPOL nur mit einer kleinen Menge Zuckerlösung geliefert.

Einsatzplanung

Zur Bestäubung der Erdbeere wird normalerweise mit E-Kolonien gearbeitet. Eine E-Kolonie umfasst bei Lieferung zwischen 80 und 100 Arbeiterinnen und hat eine Lebensdauer von 8 bis 10 Wochen.
1 Hummelkasten deckt ein Bestäubungsareal von rund 1.500 m2 ab. Für kleinere Flächen kann nach Rücksprache mit Ihrem Berater ein anderer Kastentyp eingesetzt werden.
In Freilandkulturen werden mindestens 2 TRIPOL pro Hektar benötigt, wenn keine anderen Bestäuber zur Verfügung stehen. Eine TRIPOL-Box umfasst bei Lieferung 350-400 Arbeiterinnen und hat eine Lebensdauer von 6-8 Wochen.
Die Bestäubungsleistung wird pro Hummelkasten kalkuliert (TRIPOL-Standard).
Aufstellung und Gebrauch
Den Hummelkasten 0,5 bis 1 Meter über dem Boden an einem vor Sonneneinstrahlung und Kondens- bzw. Regenwasser geschützten Ort aufstellen. In der Winterperiode kann eine Aufstellung in der Sonne sinnvoll sein. Den Kasten nicht zwischen Blattwerk aufstellen!
TRIPOL muss ungefähr einen halben Meter über dem Boden auf einen festen Untergrund gestellt werden, im Frühjahr an einen sonnigen Platz und danach in den Schatten.
Direkt nach dem Empfang dafür sorgen, dass das Pollengefäß in jedem Stamm geschlossen wird. Dazu den Deckel des Gefäßes mit dem mitgelieferten Stift zudrücken.
Der Hummelkasten ist vor eindringenden Ameisen zu schützen.
Dem Hummelvolk nach Aufstellung vor dem Öffnen der Ausflugöffnung(en) etwas Zeit (½ - 1 Stunde) zur Beruhigung geben.
Bei Anbau im Gewächshaus bzw. Gewächshaustunnel die Ausflugöffnung öffnen, wenn die Lüftungsfenster geschlossen sind (später Nachmittag). Hierdurch wird verhindert, dass Hummeln auf ersten Orientierungsflügen das Gewächshaus verlassen und verloren sind.
Nach den ersten Orientierungsflügen beginnen die Hummeln sofort mit der Bestäubung der Pflanzen.
Sie sind meist vor allem morgens und nachmittags aktiv. Ihre Aktivität ist darüber hinaus vom Blühverhalten der Pflanze abhängig.
Hummeln sind bei einer Temperatur von 10 bis 30 Grad Celsius aktiv, idealerweise bei 15 bis 25 Grad.

Pflanzenschutz

Der kombinierte Einsatz von Hummeln und Nützlingen ist unproblematisch.
Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel haben im Allgemeinen eine direkte oder indirekte Wirkung auf Hummeln. Direkt durch das Absterben von Arbeiterinnen und Larven durch Kontakt oder Aufnahme von Mitteln und indirekt, wenn Blüten für Hummeln nach der Behandlung durch ihren Geruch abstoßend sind und nicht mehr besucht werden.
Systemische Pflanzenschutzmittel (Mittel, die über die Wurzeln aufgenommen werden) wirken häufig langfristig nach. Produziert die Blüte neben Pollen auch Nektar (zum Beispiel Paprika), kann die schädliche Wirkung noch stärker ausfallen als bei Kulturen, die lediglich Pollen produzieren (zum Beispiel Tomate).
Für eine Übersicht über die chemischen Pflanzenschutzmittel, ihre Wirkung und unsere Empfehlungen in Bezug auf den kombinierten Hummeleinsatz verweisen wir auf unsere Online-Datenbank über Seiteneffekte Neveneffectendatabase On-line.
Vor der Durchführung von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen ist in jedem Fall die BEEHOME-Funktion des Hummelkastens zu aktivieren. Mit ihrer Aktivierung können Hummeln in den Kasten EIN-, aber nicht mehr AUSfliegen. Nach ca. 1 Stunde kann der Kasten komplett geschlossen werden, um ihn abzudecken oder aus dem Gewächshaus zu entfernen.
Den Hummelkasten bei vorübergehender Entfernung aus dem Gewächshaus vorzugsweise bei einer Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius zu lagern.
 

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